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 Entkarbonisierungsanlangen

 

Eine Entcarbonisierung als Ionenaustauschverfahren bewirkt eine Teilentsalzung des

Wassers durch Entfernung der sog. temporären Härte. Das ist der Anteil an den

Erdalkaliionen Calcium und Magnesium, die im Äquivalent zu Hydrogencarbonationen

vorliegen. Calcium- und Magnesiumionen werden über einen schwach sauren

Kationentauscher in der H-Form gegen H+-Ionen ausgetauscht. Die freigesetzten H+-

Ionen verbinden sich mit Hydrogencarbonationen zu Kohlensäure. Es können dabei nur

Äquivalente zur vorhandenen Hydrogencarbonat -Konzentration ausgetauscht

werden.Daher wird eine Weichwasserqualität mit einer Gesamthärte erreicht, die der

ursprünglichen Differenz von Gesamt- und Carbonathärte entspricht. Die gleichzeitig

freigesetzte Kohlensäure kann als Kohlendioxidgas ausgetrieben werden.

Matrix(-COOH)2 + Ca2+ + 2 HCO3- = Matrix(-COO)2Ca + CO2 + H2O

Nach Erschöpfung der Ionenaustauschkapazität wird das Filter mit verdünnter Salzsäure

regeneriert. Dabei wird kein Überschuß benötigt, sondern lediglich ein Äquivalent zu der

abgeschiedenen Zahl von Kationen.

Matrix(-COO)2Ca + 2 H+ = Matrix(-COOH)2 + Ca2+

Das dabei anfallende Abwasser ist daher auch nur schwach mit Säure belastet. Im

Interesse eines möglichst wirtschaftlichen Betriebes, ist es zu empfehlen, die optional

verfügbare Säurezumesseinrichtung vorzusehen. Für wechselnde Wasserqualitäten

empfehlen wir, eine qualitätsabhängige Steuerung mittels unseres Prozesstitrators. Dabei

wird die Regeneration bei einem genau definierten Beladungszustand ausgelöst. Die

Regeneration erfolgt im Gegenstrom. Harzqualität und Anlagendesign ermöglichen eine

Regeneration mit der geringst möglichen Spülwassermenge. Bei üblichen Brunnen- oder

Stadtwasserqualitäten beträgt diese weniger als 1 % der erzeugten Reinwassermenge.

Die Entcarbonisierung ist unempfindlich gegenüber erhöhten Eisen- und Mangangehalten

im Rohwasser. Eisen- und Manganionen werden ebenfalls abgeschieden. Betriebe mit

eigener Brunnenwasserversorgung können daher oftmals auf eine vorgeschaltete

Enteisenungsanlage zur Betriebswassererzeugung verzichten. Die gesamte Steuerung des

Betriebs- und Regenerationsablaufes übernimmt eine über die Folientastatur

programmierbare Mikroprozessorsteuerung mit dauerhafter Speicherung der

Betriebsdaten im EEPROM. Betrieb und Regenerationsstufen werden dabei im

Automatikbetrieb durch einzelne übersichtlich angeordnete pneumatisch betriebene

Membranventile geschaltet. Anwendungsbereiche. Die wichtigsten Anwendungsbereiche

für eine Entcarbonisierung sind:

Speisewasseraufbereitung für Rückkühlwerke und Luftwäscher

Der entscheidende Kostenfaktor bei dem Betrieb von Rückkühlwerken und Luftwäschern

ist der Verbrauch (die Verschwendung) von Wasser und Abwasser. Entcarbonisiertes

Wasser erlaubt den Betrieb mit wesentlich höherem Eindickungsfaktor. Mittels einer

Verschneidevorrichtung kann das Speisewasser auf ein Optimum zwischen

Ablagerungstendenz und Korrosivität eingestellt werden.  Neben dem

Abwasserminimierungsgebot nach § 7a, WHG amortisiert sich eine

Entcarbonisierungsanlage oftmals in weniger als einem Jahr. Eindickungsbegrenzend ist

der Gesamtsalzgehalt im Umlaufwasser.

Speisewasseraufbereitung für Dampferzeuger

Auch beim Kesselbetrieb ist die zu erzielende Eindickungszahl der entscheidende

Kostenfaktor. Die Absalzwassermenge sollte nicht über 5 - 10 % der Dampfmenge liegen.

Entcarbonisiertes Wasser erlaubt nicht nur den Betrieb bei wesentlich höherer

Eindickungszahl, sondern vermeidet auch die Gefahr der Kohlensäurekorrosion im

Kondensatsystem. Eindickungsbegrenzend sind Kieselsäure- und Salzgehalt.

Autoklavenkreisläufe

Entcarbonisiertes Wasser lässt sich so einstellen, dass bei sämtlichen Autoklaventypen

eine ablagerungsfreie Betriebsweise erreicht werden kann. Entcarbonisierung im Rahmen

der Vollentsalzung Die Entcarbonisierung ist bei weitem das kostengünstigste

Entsalzungverfahren, mit einem Äquivalent an Salzsäure kann zugleich ein Äquivalent an

Kationen und Anionen aus dem Rohwasser entfernt werden. Daher ist für eine

wirtschaftlich betriebene Entsalzungsanlage oftmals eine Entcarbonisierung als erste

Verfahrensstufe zu empfehlen.

Prozess- und Spülwasser

Für das Ansetzen von Prozessbädern und für Spülwässer, z.B. in der

Oberflächenbehandlung von Metallen (Entfettungs- und Phosphatieranlagen,

Chromatierung, Eloxalanlagen Galvanikbäder, Vorbehandlung bei Beschichtungen)

entspricht entcarbonisiertes Wasser oftmals den geforderten Qualitätsansprüchen.

Getränkeindustrie

Entcarbonisiertes Wasser entspricht den Qualitätsansprüchen zur Herstellung von Bier

und Fruchtsaftgetränken.

 

 

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